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„Topographie des Terrors“, Berlin-Kreuzberg, 2005

Konzept
Die zentrale Idee entwickelt sich aus dem historischen Kontext des Areals als Planungsstätte eines Vernichtungsfeldzuges gegen die europäische Zivilbevölkerung während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Die deutlich wahrnehmbare Wunde im Stadtgebiet bleibt dabei erhalten und wird in ihrer irrealen Wirkung durch die städtebauliche Einordnung des Gebäudes noch verstärkt.
Der vorgefundene, stadträumliche Bruch wird herausgestellt, die Authentizität dieses (Un)Ortes gestärkt. Platz und Gebäude befinden sich mit -1,50 m unter Geländeniveau und führen den Besucher so in den Zwischenbereich von Geschichte und Gegenwart; von Vermutung und Wissen.

Freiraum Stiftungsgelände
Die Planungen im Freiraum der Stiftung sehen vor, das Gelände von der Stresemannstraße zu erschließen. Der Besucher wird durch diese Zuwegung aus der hektischen Metropole herausgenommen und nähert sich zu Fuß und damit wahrnehmbar dem Gelände. Nachdem er den Planungsbereich durch das historische Tor aus Richtung Westen betreten hat, taucht er auf seinem Weg zum Gebäude auf einer 60 Meter langen Rampe in die Geschichte des Ortes ein. Der Besucherzugang im Untergeschoss, dessen Höhe auf -4,50 m unter Geländeniveau liegt, ist auf den letzten 20 Metern überdacht und führt den Gast mit Hilfe von Video- und Soundinstallationen noch im Außenbereich thematisch in die Sonderausstellung. Das Gebäude, dessen Erschließungsniveau Richtung Osten auf -1,50 m liegt, öffnet sich zu einem auf der Höhe des Erdgeschosses liegenden Platz, der den Baukörper und den direkt zugeordneten Freibereich (Platz) einen gesonderten Raum zuweist und damit behutsam und respektvoll, aber deutlich ablesbar in die vorhandene Struktur einfügt.
Das im Platz integrierte Wasserbecken mit 15 cm Tiefe lenkt den Blick in Richtung Freiraum, während man sich mit einer Aughöhe von ca. 10 cm über Gelände optisch an der Grenze von Geschichte und Gegenwart befindet. Nachdem über Treppen und Rampen der historische Gelände betreten wird, erkennt der Besucher anhand von sternförmig von einem imaginären Zentrum ausstrahlenden und das Becken in mehrere kleinere Wasserflächen teilende Fugen das von diesem Ort aus organisierte Netz der Konzentrationslager. Jene Fugen setzen sich mit geänderter Materialität über den Platz durch das Gebäude fort und regen den Betrachter an, über im Boden eingelassene Namen auch an unerwarteten Stellen den Dialog mit dem Ort aufzunehmen.
Die bisher im Graben an der Mauer befindliche Dauerausstellung wird aus dem Graben in die eigentlichen Freianlagen angehoben, um so dieser Ausstellung eine höhere Wertigkeit zu geben und die aufeinanderprallenden Zeitzeugen zweier Geschichtsepochen deutlicher voneinander zu trennen und somit besser erkennbar zu machen. Holzstege führen teilweise über den vorhandenen Graben, um so dem Besucher eine exponierte Lage des Beobachters auf die ehemalige Berliner Mauer zu geben.

Branche: Ideenwettbewerbe
Bauherr: Bundesamt f. Bauwesen und Raumordnung
Architekt: Michael Flagmeyer, Nordhausen

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Kontakt

Björn Diener

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