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04.2006
Kunsthaus Meyenburg: Schrittweise Parksanierung geplant

Vorgarten soll aufblühen

Kunsthaus Meyenburg: Schrittweise Parksanierung geplant / Spendenkonto eingerichtet

„Jugend baut Gartenkunst“ – so heißt ein Projekt, hinter dem der Plan steht, den Vorgarten des Kunsthauses Meyenburg in den nächsten Jahren frisches Leben einzuhauchen.

Junge Kräfte mit frischen Ideen sollen dem alten Garten neues Leben geben. Das ist schnell gesagt. Aber diesem plan folgt viel Arbeit. Leisten soll sie vor allem der Stadtgärtner-Nachwuchs mit Jugendlichen von Nordhäuser Fördereinrichtungen.

In 2007 werden Meyenburg-Villa und –park 100 Jahre alt. Der bisher hinter einer Hecke versteckte Vorgarten soll deshalb wieder etwas mehr ins Blickfeld gerückt werden. Das heißt: Man will ihn sanieren. Der Entwurf sprudelt vor Einfällen. So ist eine Obstgalerie geplant. In deren Zentrum will die Jugendkunstschule zu ihrem Fest am 24. Juni einen besonderen Apfelbaum pflanzen – den „Schönen von Nordhausen“. Dieser wurde 1820 erstmals in Nordhausen gezüchtet. Er hat inzwischen vier Abkömmlinge: Auralia, Pikollo, Havelgold und Sabina. Diese vier Bäume sollen ebenfalls im Vorgarten des Kunsthauses gepflanzt werden. Eine Besonderheit ist die kanadische Apfelsorte „Sabina“. Die gibt es erst seit 1990. Sie wurde aus Nordhausens „Schönem“ selektiert. „Unser Apfel wurde immerhin aus weltweit 1000 Sorten ausgewählt“, berichtete stolz Heike Münch, städtische Sachgebietsleiterin für Grünflächen. Bisher gäbe es Sabina in ganz Europa noch nicht. Die Stadt hat Kontakt mit Kanadas Botschaft aufgenommen. Von dort wurde Hilfe signalisiert.
Kaum bekannt ist die Birnensorte „Nordhäuser Winterforelle“, die vom Baumschulbesitzer Van der Foehr seit 1864 von Nordhausen aus verbreitet worden war. Die Winterforelle soll in Zukunft ebenso im Meyenburgpark ihren platz finden wie die Rose „Nordhausen“ vom Züchter Max Krause.

Die Obstgalerie könnte ein Anlaufpunkt für Lehrer und Schüler werden. So sind auch Schautafeln geplant. Der Vorgarten soll nach historischem Vorbild saniert werden. Deshalb recherchierte die Stadtverwaltung mit Hilfe vieler Nordhäuser monatelang die Geschichte des Gartens. Alte Fotos, Bauakten und persönliche Erinnerungen setzten das Puzzle zusammen. Der Vorgarten veränderte sich im Laufe der 100 Jahre ständig – hinter Buchenhecken.

Mit Unterstützung von LA21 Landschaftsarchitekten (Büro Thüringen) entstand ein Entwurf. Dieser sieht neben den Pflanzen die Sanierung der Wege, das Anlegen eines neuen Brunnens und den Bau eines Pavillons vor. Das vollbrachte Werk soll allen Menschen offen stehen. Der Pavillon würde Lesungen oder Konzerte ermöglichen. Jürgen Rennebach, Leiter der Jugendkunstschule, wünscht sich in der Villa auch noch ein Café. Das wäre im wahrsten Sinne des Wortes das Sahnehäubchen. Der Brunnen wird mit Wasserspiel und einer Bronzefigur, die Rennebach gestaltet, versehen. Insgesamt kostet die Sanierung des Vorgartens etwa 85000 Euro. Aus dem Stadthaushalt kann nichts fließen. Das Geld muss aus Spenden kommen. Sponsoren und private Gönner sind gefragt.

Die Jugendkunstschule hat ein Spendenkonto „Obstgarten“ bei der Kreissparkasse Nordhausen (Kontonummer 30 02 14 50) eingerichtet.

Herausgeber: Thüringer Allgemeine, Jens Feuerriegel

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