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09.2006
Erstmals Anerkennung für Baukultur in Gärten und Außenanlagen
 

„Der Mensch formt die Stadt, und im Umkehrschluss formt die Stadt ihre Menschen.“ (Alexander Mitscherlich)

Die Stiftung Baukultur lobte im Januar 2006 erstmalig den Thüringer Preis zur Förderung der Baukultur aus. Insgesamt bewarben sich 71 Planer, Kommunen, Verbände und Medien. Die Veranstaltungsreihe der Kooperation des Bundes der Deutschen Landschaftsarchitekten Thüringen (BDLA) und der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, Landesgruppe Thüringen (DGGL) „Open Gardens – Offene Gärten“ erhielt eine der fünf Anerkennungen.*

Bereits zum sechsten Mal öffneten in diesem Jahr Privatpersonen in Thüringen ihre Gartentore und präsentierten liebevoll gestaltete Gärten als eine Geste der Gastfreundschaft und Offenheit. Die breite Öffentlichkeit konnte das Zusammenwirken von menschlichem Gestalten und der Vielfalt der Natur erleben und honorierte dies wieder (wie in den Jahren zuvor) mit unerwartet hohen Besucherzahlen. Die Resonanz in den Medien und bei den Besuchern war euphorisch und voller Anerkennung für das persönliche Engagement, fernab staatlicher Planung und Organisation.

„Wir haben das Projekt ‚Open Gardens – Offene Gärten‛ eingereicht, um die Öffentlichkeit für das Thema Architektur in heimischen / privaten Gärten zu sensibilisieren und gleichzeitig für die Möglichkeiten, welche die Kunst in der Gestaltung von Gärten bietet, zu begeistern“, so Heike Roos, erste Vorsitzende des BDLA Thüringen. Die Anerkennung gibt den Veranstaltern Recht und zeichnet die unermüdliche, intensive und fachkundige Beschäftigung mit der Natur vor der Haustür in besonderem Maße aus. So wird die Bedeutung und Reichweite von Baukultur für alle Bevölkerungsschichten auf angenehme und greifbare Weise ins Bewusstsein gerückt. Der heimische Garten als Sinnbild der Ruhe und des Lebens vereint gekonnt professionelle Architektur im Einklang mit der Natur und erzeugt Emotionen durch Erleben, die nachhaltig zur Nachahmung und Weiterentwicklung anregen.

Diese Art der Präsentation rückt natürlich auch die gestalterische Verantwortung von LandschaftsarchitektInnen für den Zustand der natürlichen Lebensgrundlagen näher in den Fokus. Ihre Schlüsselstellung für gestaltete Umwelt, die Lebensqualität steigert sowie Städte und Gemeinden belebt, wird unterstrichen. Baukultur, die ohne Frage Spiegel der Gesellschaft ist, ist für Deutschland als Wirtschafts- und Kulturnation mit dem höchsten Bauvolumen Europas, Markenzeichen für Modernität, Kreativität und Innovationskraft und damit ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.

Die Veranstaltungsreihe „Open Gardens – Offene Gärten“ leistet einen wertvollen Beitrag zur Bewusstseinsbildung zum Thema Baukultur in der breiten Öffentlichkeit. Sie zeigt einfach und fassbar die harmonische Verbindung von Architektur mit der Natur und präsentiert als Ergebnis malerische Gärten, die Nützlichkeit, Geselligkeit und Besinnung vereinen. Die für dieses Projekt verliehene Anerkennung der Stiftung für Baukultur bestätigt die Arbeit der Organisatoren (insbesondere des Arbeitskreises „Open Gardens – Offene Gärten“, ein AK bestehend aus BDLA + DGGL Mitgliedern sowie Nichtmitgliedern) und bestärkt die Richtung der Ziele: Bewusstseinschaffung durch aktives Sehen und Erleben.

* Weitere Anerkennungen erhielten das Studienzentrum der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, der Neubau einer altengerechten Wohnanlage der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Saalfeld Saale GmbH, der Baubeirat des Projektes „neues bauen am horn weimar“ und die Journalistin Birgit Schindler für ihr publizistisches Schaffen im „Thüringen Journal“. Den Preis in Höhe von 5.000 Euro erhielt die Stadt Leinefelde-Worbis für den Prozess und die Ergebnisse im Stadtumbau der Stadt Leinefelde (Südstadt).


Sascha Ratayski
Fachsprecher Öffentlichkeitsarbeit
BDLA Thüringen

Herausgeber: BDLA Verbandszeitschrift